Netzwerk-Konfiguration

Debian Swirl

http://www.black-board.net
Es ist nicht gestattet dieses Tutorial losgelöst von dem Namen BlackBoard und der URL zu verbreiten.


Das Tutorial befindet sich noch in der Entwicklung. Wenn du mitwirken möchtest, melde dich hier.
Dies ist ein Aufruf - wenn du Ahnung hast, mach mit!



1. Benötigte Module


Das folgende gilt nur, wenn bei der Installation das Netzwerk nicht richtig eingestellt wurde! Karten, die man bei der Installation ausgewählt hat, werden normalerweise schon in /etc/modules eingetragen. Mit 'ifconfig' kann man nachgucken, ob bereits Netzwerkschnittstellen aktiviert wurden. Wenn alle vorhanden sind, diesen Teil überspringen.

Als erstes probierst du aus, ob lspci funktioniert. Wenn nicht: apt-get install pciutils. Die Ausgabe sieht dann in etwa so aus:

00:00.0 Host bridge: Intel Corp. 430TX - 82439TX MTXC (rev 01)
00:01.0 ISA bridge: Intel Corp. 82371AB PIIX4 ISA (rev 01)
00:01.1 IDE interface: Intel Corp. 82371AB PIIX4 IDE (rev 01)
00:01.2 USB Controller: Intel Corp. 82371AB PIIX4 USB (rev 01)
00:01.3 Bridge: Intel Corp. 82371AB PIIX4 ACPI (rev 01)
00:09.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139 (rev 10)
00:0a.0 Ethernet controller: Davicom Semiconductor, Inc. Ethernet 100/10 MBit (rev 31)
00:0b.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8029(AS)
00:0c.0 VGA compatible controller: S3 Inc. 86c988 [ViRGE/VX] (rev 02)

Interessant sind jetzt die 3 Zeilen, in denen Ethernet controller steht (ja mein Server hat 3 Netzwerk-Karten und ich benutze sie auch ;)

Wir notieren uns die Beschreibungen der Chipssätze und begeben uns in das Verzeichnis mit den Netzwerk-Karten-Modulen.

uname -r

> deine Kernel-Version

ls /lib/modules/<deine Kernel Version>/kernel/drivers/net

Jetzt hast du eine Liste mit all deinen Netzwerk-Modulen. Da kannst du dich jetzt fröhlich dran austoben und ausprobieren, welche davon funktionieren. Mit modprobe <Modul-Name-ohne-.o> probiert der Kernel das Modul zu laden, was nur gelingt, wenn die entsprechende Netzwerk-Karte eingebaut ist. Gelingt das Laden eines Moduls, schreibst du dir den Namen auf, um ihn später in die /etc/modules einzutragen. Für meine beiden Realtek-Karten funktioniert das ne2k-pci Modul und für meine Davicom-Karte das dmfe-Modul. Wenn du alle Module beisammen hast, trägst du die Namen ohne '.o' in die /etc/modules ein, damit sie beim Start automatisch geladen werden.

Achtung: ein Modul muss nicht zweimal geladen werden! ne2k-pci merkt, dass zwei passende Karten vorhanden sind und aktiviert beide.


2. Ein wenig Theorie


Bevor wir die Netzwerkkarten konfigurieren, müssen wir uns über einige Dinge klar werden. Das sind

  • DHCP ja oder nein?
  • Netzwerk-Adresse und Subnetz-Maske,
  • Host und Domain Namen und
  • Nameserver/Gateway.

Das einfachste ist, wenn ein funktionierender DHCP-Server im Netzwerk steht. Dann braucht diese Karte schon mal nicht konfiguriert zu werden, sondern wird via DHCP konfiguriert. Wenn dies nicht der Fall ist, dann muss man sich überlegen, welche IP-Adresse und Subnetzmaske man verwendet.

Für ein Heim-Netzwerk bietet sich der Class-C Bereich mit 192.168.x.y als IP und 255.255.255.0 als Subnetzmaske an. Wir nehmen jetzt einfach mal 192.168.1.1. Wichtig ist, dass alle anderen Rechner des Netzwerks bis auf die letzte Zahl die gleiche IP und Subnetzmaske bekommen. Es gehören nur die Rechner zu einem Netzwerk, deren IPs AND-verknüpft mit der Subnetzmaske gleich sind.

Als Hostnamen wählen wir jetzt einfach 'server' aus und als Domain-Name 'local'. Der Name des Servers im
Netzwerk soll also mal server.local sein. Zwei weitere wichtige Dinge sind Nameserver und Gateway. Nameserver ist der Server, der die Namen (server.local, hans.local, rita.local, www.google.de,...) in IP-Adressen umwandelt. Da die lokale Namens-Auflösung auch mal funktionieren soll, muss hierzu noch ein Nameserver aufgesetzt werden.

Ein Gateway benötigt man, um das lokal Netzwerk zu verlassen. Alle IP-Adressen, die nicht zum lokalen Netzwerk gehören versucht der Rechner über sein Gateway zu erreichen. Ist der Server direkt ans Internet angeschlossen ist dies hinfällig, wenn nicht, dann muss man auch die IP/den Hostnamen des Gateways kennen.

Es ist auch Ratsam für jede Schnittstelle ein anderes Subnetz zu wählen. Also 192.168.0.1 für eth0 und 192.168.1.1 für eth1 zum Beispiel. Man kann beide Schnittstellen im gleichen Subnetz haben, allerdings muss man dazu sehr viel Ahnung von Routing haben. Für den Anfänger ist es jedenfalls nicht ratsam dies zu tun.


3. Einrichtung mit etherconf


Die einfachste und beste Methode ein Netzwerk einzurichten ist etherconf.

apt-get install etherconf

Wann immer man Änderungen vornehmen will:

dpkg-reconfigure etherconf

Mit dem Wissen aus Abschnitt 2 sollte es ein Kinderspiel sein die Dialoge zu beantworten. Danach ist schon alles fertig. Mit ifconfig kann man nach gucken, wie die Schnittstellen eingestellt sind.

Ein lustiges Spiel ist mit Hilfe von ping herauszufinden, welche Karte welchen Namen hat. Am einfachsten stellt man einen Ping an und steckt das Kabel dann von einer Karte in die nächste und wartet ab, ob sich was tut (der Ping muss natürlich die Möglichkeit haben anzukommen).

Verfasser


Letzte Aktualisierung 19.06.2006 von LX